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Karmann insolvent – MINI Cabrio Produktion gefährdet? (II)

Zuerst die entscheidende Nachricht: Allem Anschein nach ist die Cabrioproduktion von MINI nicht gefährdet.

Zwar hat Karmann gestern beim Amtsgericht Osnabrück Insolvenzantrag gestellt, das ist aber bei näherer Betrachtung ein weit weniger schlimmer Schritt als auf den ersten Blick. Der Insolvenzantrag bedeutet, dass das Gesamtunternehmen ein Liquiditätsproblem hat – es ist für die abzusehenden Zahlungspflichten kein oder zu wenig Geld da.


Wahrscheinlich durch die Insolvenz nicht betroffen: MINI Cabrio Produktion mit Karmann-Dächern

Diese Situation ist entstanden, weil im letzten Jahr auf der Basis der damaligen Reststückzahlen und der Annahme, dass Karmann weiter komplette Fahrzeuge für Autohersteller fertigen wird, das Ziel war, möglichst viele der qualifizierten Mitarbeiter zu halten oder – wenn das nicht möglich sein sollte – bei einer betriebsbedingten Kündigung möglichst gut zu stellen.

Das ist ein hehres Ziel, aber führt nun zum Insolvenzantrag. Die Automobilhersteller kürzen die Reststückzahlen, die Karmann eigentlich versprochen waren. Gleichzeitig kommen keine neuen Gesamtfahrzeuge nach, auch weil die Werke zunehmend flexibler werden und selbst unzählige Varianten auf einem Band fertigen. Die Zeiten, in denen Aotofirmen eine komplette Fabrik für ein neues Modell aus dem Boden stampfen (wie seinerzeit Daimler für die A-Klasse in Rastatt, wo zuvor nur die E-Klasse montiert wurde).

Karmann soll nun nach der Vorstellung der Geschäftsführung zu einem reinen Zulieferer werden – wenn der Insolvenzverwalter das genauso sieht, wird er selbstverständlich alles tun, um die Serienbelieferung der Kunden (Cabriodächer und sonstige Komponenten) sicherzustellen. Nach den Angaben in einer Pressemitteilung zum Insolvenzantrag gibt Karmann auch bekannt, dass die Firma praktisch frei von Bankkrediten ist und daher das Vorhaben der Sanierung erfolgversprechend sei.

Aller Wahrscheinlichkeit nach wird jetzt die Gesamtfahrzeug-Produktion ausgelagert, die Mitarbeiter – und das ist tragisch – in eine Transfergesellschaft gekündigt und damit wenigstens die  restlichen Sparten gesichert.

Wir werden die Sache weiterverfolgen und weinen den Zeiten eines Karmann Ghia eine Träne nach.

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